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Usability

Usability

Sie kennen sicher das Problem: Unübersichtliche Webseiten, die nur schwer zu bedienen sind oder umständliche Webanwendungen, die eigentlich dafür gedacht sind Ihnen Arbeit abzunehmen und letztendlich Zeit zu sparen.

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Usability = Psychologie

Unübersichtliche, schwer navigierbare Seiten, die nicht schnell ein gewünschtes Ergebnis liefern, werden i.d.R. sofort wieder weggeklickt. Von Natur her ist der erwachsene Mensch sowieso sehr ungeduldig und möchte sich sofort zurechtfinden und eine schnelle Antwort auf seine Frage erhalten. Eine Webseite für Kinder dagegen erlaubt es diese unübersichtlich und dadurch interessanter zu gestalten, denn ein Kind sieht die Welt schließlich anders und ist eher gewillt etwas zu entdecken als einfach nur anzuwenden.
In den meisten Fällen handelt es sich allerdings um Webseiten für Erwachsene und um eben so eine Webseite bzw. Webanwendung richtig gestalten zu können benötigt der Entwickler ein gutes Wissen im Bereich Usability. Schauen wir uns nun einmal an, was genau dahinter steckt. Dazu hat die ISO in der Norm 9241.10 folgende 7 Grundsätze festgelegt:

1. Aufgabenangemessenheit

Damit ist gemeint, dass der Anwender in der Lage sein soll eine Aufgabe effektiv, effizient und vollständig zu lösen. Das betrifft z.B. die Entwicklung von Softwarelösungen, denn hier werden eben genau diese Anforderungen gestellt. In der Praxis sieht es so aus, dass in einem Unternehmen der Arbeits- und Zeitaufwand (und damit automatisch verbunden auch der finanzielle Aufwand) eines bestimmten Geschäftsprozesses untersucht wird. Als Anhaltspunkt entstehen Statistiken, man weiß also wie lange dieser Prozess für gewöhnlich dauert bzw. wieviele Personen dafür benötigt werden. Nun ist das Ziel eine Software zu entwickeln, die so einen Prozess mindestens in der gleichen Qualität und vor allem mit einem geringeren Aufwand bewältigt, damit sie sich wirtschaftlich rechnet.

Ein anderes Beispiel ist das Suchformular einer Webseite: Hier möchte der Nutzer so schnell wie möglich und ohne großen Aufwand sein gewünschtes Ergebnis geliefert haben. So etwas ließe sich z.B. mit automatischen Suchvorschlägen während der Eingabe im Suchfeld gut lösen.

2. Selbstbeschreibungsfähigkeit

Hierbei handelt es sich um das Kriterium Orientierung, d.h. der Anwender sollte in der Lage sein von jeder Stelle der Webseite aus sich zurechtzufinden. Er sollte jederzeit wissen wo er sich gerade befindet, wie er dahin gekommen ist und welche weiteren Möglichkeiten sich ihm bieten. Die Navigation muss daher leicht verständlich sein, jede Seite sollte zudem eine Überschrift enthalten und es ist zu empfehlen weitere Hilfsmittel wie z.B. einen Klickpfad, eine Sitemap oder Tooltips als unterstützende Beschreibung zu verwenden.

Nicht zu empfehlen sind Buttons oder Links die z.B. "nächste Seite" heißen. Besser ist es diesen eine vernünftige Bezeichnung zu geben. Außerdem ist es ratsam nach einem erfolgreichen oder auch nicht erfolgreichen Anwendungsprozess dem Nutzer mitzuteilen was gerade passiert ist, z.B. eine Bestätigung, wenn ein Formular abgeschickt oder eine Änderung gespeichert wurde. Ebenfalls ist die Ausgabe von aussagekräftigen Fehlermeldungen, z.B. bei Falscheingaben, ein absolutes Muss. Man lässt also einen Dialog zwischen Nutzer und Software stattfinden.

3. Erwartungskonformität

Der Mensch ist bekanntlich ein Gewohnheitstier und weist daher ein entsprechendes Verhaltensmuster auf. Deswegen sollte auch ein einheitliches Template verwendet werden, welches auf jeder Seite zum Einsatz kommt. Der Anwender müsste sich sonst jedesmal neu orientieren. Er erwartet (wohl eher unbewusst) im Prinzip nach der Wahl eines anderen Menüpunktes eine Seite die genau so aufgebaut ist wie die vorherige.

Desweiteren ist es sicherlich nicht verkehrt Stilmittel zu verwenden, die sich auf vielen anderen Seiten seit Jahren bewährt haben, z.B. einen Stift als Symbol für "editieren", da so ziemlich jeder weiß was damit gemeint ist.

4. Fehlertoleranz

Hat der Anwender ein Eingabeformular ausgefüllt und abgeschickt, könnte es ja sein, dass die eine oder andere Pflichteingabe nicht gemacht wurde. Auf jeden Fall sollte nun der Hinweis kommen, dass im Feld XY noch die Eingabe fehlt und es wäre sicherlich sehr ärgerlich wenn alle Felder noch einmal ausgefüllt werden müssten. Desweiteren gehört es zur Pflicht die Nutzereingaben in Hinsicht auf Validierung zu überprüfen, z.B. eine bestimmte minimale oder maximale Länge des Strings (also der eingegebenen Zeichen), maximale Dateigrößen bei Downloads, Syntaxüberprüfung von Emails, etc.

Das Error Reporting lässt sich z.B. in der php.ini-Datei oder auch direkt über PHP einstellen. Bei laufenden Webanwendungen (nicht die Entwicklungsversion) sollten die Debug-Fehlermeldungen des Interpreters deaktiviert sein, denn es gibt keinen Grund, wieso ein Anwender oder gar ein Hacker diese lesen sollte. Empfehlenswert ist hier ein vernünftiges Errorhandling, wo der Nutzer z.B. bei einem Ausfall der Datenbank eine sinnvolle Meldung, mit der er auch etwas anzufangen weiß, zu lesen bekommt.

5. Steuerbarkeit

Unter diesem Aspekt betrachtet sollte eine Webseite die Möglichkeit bieten über verschiedene Wege ans Ziel zu gelangen, z.B. durch interne Verlinkungen in Quelltexten, einer Navigation, einem Klickpfad, einem alternativen Zurück-Button. Die Möglichkeit mit nur einem Klick jederzeit auf die Startseite oder auf andere wichtige Menüpunkte zu gelangen ist ebenfalls sehr wichtig. Javascript verhindert u.U. den Zurück-Button des Browsers, das Problem sollte ebenfalls vom Entwickler gelöst werden. Bei einer Aktion, z.B. bei einer Transaktion, muss auf jeden Fall die Möglichkeit bestehen diese auch bei Bedarf abzubrechen.

Flashintros ohne ein "Skip intro" sind ein unnötiges Hindernis. Aufklappbare Navigationsmenüs beim Hovern, wenn's geht bis in eine dritte oder vierte Ebene, sollten auf jeden Fall vermieden werden. Sie sind einfach nur lästig und benutzerunfreundlich. Es ist doch ärgerlich, wenn man einem Pfad mit der Maus folgen muss und sobald man ausversehen wegrutscht schließt sich der komplette Pfad und man fängt wieder von vorne an.

6. Individualisierbarkeit

In Hinsicht auf Individualisierbarkeit sollte dem Nutzer, wenn er z.B. auf Community-Seiten ein Nutzerprofil besitzt und eingeloggt ist, die Möglichkeit geboten werden persönliche Einstellungen vorzunehmen, z.B. die Entscheidung inwieweit seine Daten auch für bestimmte Nutzergruppen veröffentlich werden, das Hochladen von Profilbildern, etc. Die Einstellung von Hintergrundfarben, Schriftfarben, Schriftgrößen, der Sprachauswahl oder die Aktivierung und Deaktivierung von diversen Modulen kann ebenfalls dazugehören.

7. Lernförderlichkeit

Lernförderliche Hilfsmittel sollen die Aufgabe übernehmen eine Software zu erklären damit es dem Anwender schnell möglich ist diese richtig und im vollen Umfang zu bedienen. Das könnte eine FAQ-Seite oder eine Bedienungsanleitung sein, in denen Fragen des Anwenders so beantwortet werden, dass er in der Lage ist dieses neu erworbene Wissen gleich umzusetzen und eine ggf. vorhandene Komplexität schnell zu begreifen.

Weitere Merkmale

Es gibt noch weitere Merkmale, die in Bezug auf Usability eine Einheit darstellen, z.B. Barrierefreiheit. Etwa jeder zehnte Mann besitzt die Rot-Grün-Sehschwäche, also wäre es sicherlich nicht vorteilhaft rote Schrift auf einem grünen Hintergrund oder umgekehrt zu platzieren. Der Wohlfühlfaktor spielt auch eine sehr wichtige Rolle. Entscheidend ist hier der Gesamteindruck der Webseite. Als letzten Punkt möchte ich noch die Vertrauenswürdigkeit nennen. Seiten mit deaktivierten Bedienelementen wirken unseriös, unfreundlich und abschreckend.

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© 2010-2011 Effekt! - Softwareentwicklung | Letzte Aktualisierung: 15.12.2011 - 15:40 Uhr